E Bike Inspektion

E Bike Inspektion für langfristigen Fahrspaß

Damit du auch auf Dauer Freude an deinem Pedelec hast, sollte dein Gefährt regelmäßig gewartet werden. Wir gehen im folgenden Beitrag auf die wichtigsten Punkte bei der E Bike Inspektion ein.

Wettereinflüsse, mechanische Abnutzung, Schmutz, Unterschiede im Gelände: Dein E Bike ist auf Dauer einer ganzen Reihe von Belastungen ausgesetzt. Damit es auch auf lange Sicht fahrtauglich bleibt und für dich nicht zum Sicherheitsrisiko wird, sollte es deshalb regelmäßig inspiziert werden. Meistens wird die folgende Checkliste von Fachleuten bei der E Bike Inspektion abgearbeitet. Du kannst sie auch persönlich nutzen, um dir schon vorab einen Überblick über den Zustand deines Pedelecs zu machen oder um kleinere Mängel selbst zu beheben. Einen Fachmann solltest du aber trotzdem zurate ziehen.

Wann empfiehlt sich eine E Bike Inspektion?

Das E Bike sollte nach der Einlaufphase, also nach den ersten 300 Kilometern, erstmals überprüft werden. Dabei wird vor allem bei mechanischen Komponenten geprüft, ob sie fest sitzen. Eine regelmäßige E Bike Inspektion empfiehlt sich etwa alle 1.000 Kilometer. Wer nur gelegentlich fährt oder nur auf sehr kurzen Strecken unterwegs ist, sollte eine Überprüfung einmal jährlich durchführen lassen.

Solltest du regelmäßig im Gelände oder auf schlechten Straßen fahren, ist die Belastung für dein Pedelec entsprechend größer. Dann kann eine Inspektion auch schon früher nötig werden. Im Zweifel solltest du dich mit deinem Fachmann vor Ort austauschen.

E Bike Inspektion beim Händler

Wie du später noch sehen wirst, kannst du viele Punkte einer E Bike Inspektion auch selbst durchführen. Trotzdem gehört dein Rad regelmäßig in die Hände eines fachkundigen Mechanikers. Dieser verfügt nicht nur über das nötige Know-how, sondern auch über entsprechende Werkzeuge und Diagnosegeräte, um wirklich alle Mängel zu beseitigen. Die folgenden Dinge werden in der Regel bei einer E Bike Inspektion untersucht.

Bereifung

Vor allem wenn ein Rad länger nicht bewegt wurde und dabei auch noch Luft verliert, kann die Seitenwand des Reifens beschädigt sein. Dabei entstehen Risse oder Verformungen, die du deinem Fahrradhändler zeigen solltest.

Bremsen

Bei abgenutzten Belegen oder wenn sich Luft in der Hydraulik befindet, lassen sich die Bremshebel bis zum Lenker durchziehen. In so einem Fall ist die Bremsanlage in ihrer Funktion beeinträchtigt und ein Fall für den Fachmann.

Beleuchtung

Selbst wenn du dich nicht bei Nacht mit deinem Pedelec bewegst, ist laut StVZO eine funktionsfähige Beleuchtung Pflicht. Oft ist nur ein loser Steckkontakt schuld daran, dass Leuchten ausfallen oder flackern. Dieses Problem lässt sich normalerweise selbst beheben, bei Kabelbrüchen beispielsweise kann das aber anders aussehen.

Laufradbefestigung

Der Schnellspanner muss die Laufräder stabil fixieren, damit dein Pedelec wirklich rund läuft. Sitzen die Laufräder locker, kann das zudem ein enormes Sicherheitsrisiko bedeuten. Ein korrekt geschlossener Schnellspanner zeigt zur Gabel hin.

Verbindungen

Vor der ersten Fahrt sollten alle mechanischen Verbindungen am Bike auf einen festen Sitz überprüft werden. Dies betrifft insbesondere Lenker, Sattel oder Griffe. Die Festigkeit all dieser Teile zu überprüfen gehört zu den Standardprozeduren der E Bike Inspektion. Der Check kann aber auch von selbst erfolgen.

Kette & Riemen

Bei der E Bike Inspektion wird auch das Zusammenspiel von Kette und Zahnriemen bei einer Kettenschaltung überprüft. Der frühe Austausch der Kette sorgt für eine langlebigere Zahnkranzkassette – die normalerweise deutlich teurer ist. Räder mit Nabenschaltung gelten als weniger empfindlich.

E Bike Inspektion Kette

© RobertoChignoli/ pixabay.com

Lagerspiel

Kurbeln und Felgen sollten sich nicht seitlich bewegen lassen. Ist das doch der Fall, müssen die jeweiligen Lager nachgestellt werden. Vor allem wer kein begabter Hobby-Handwerker ist, sollte davon allerdings die Finger lassen.

Federung

Um leichtgängig und sensibel anzusprechen, müssen die Federgabeln regelmäßig geschmiert werden. Befindet sich zu viel Spiel zwischen Standrohr (feststehender Teil einer Federgabel) und dem Tauchrohr (Ort der eigentlichen Federung und Dämpfung) kann die Gabel unangenehm klappern. Vor allem bei starken Bremsmanövern ist das der Fall.

Was du außerdem tun kannst

Eine gute Pflege erhöht die Lebensdauer deines Pedelecs und schont unter Umständen den Geldbeutel, wenn es dann zur E Bike Inspektion zum Fachmann übergehen soll. Im Folgenden findest du die wichtigsten Eckpunkte und Vorgehensweisen für ein möglichst lange intaktes Pedelec.

Reifendruck überprüfen

Der Reifendruck sollte regelmäßig geprüft und die Reifen ggf. aufgepumpt werden. Zu schwach aufgepumpte Räder sind zu weich, was sich negativ auf das Fahrverhalten auswirkt und zudem den Reifenverschleiß erhöht. Für den optimalen Reifendruck empfiehlt sich ein Manometer als Messinstrument, das in guten Fahrradpumpen schon verbaut ist. Richtwerte können je nach Hersteller und Reifenbreite variieren und sind auf dem Reifen ablesbar.

Reinigung vornehmen

Der Mechaniker wird es dir sicher danken, wenn du dein Gefährt schon vor der E Bike Inspektion reinigst. Denn wenn man die Technik überprüfen will, ist es natürlich sehr ärgerlich, wenn man sich zuerst durch den verkrusteten Dreck der Vorsaison kämpfen muss.

Doch nicht nur deshalb solltest du Sand, Schlamm oder im Winter Schnee und Eis schnellstmöglich entfernen. Sie alle bleiben sonst an den verschiedensten Teilen deines Pedelecs haften und können deren Funktion beeinträchtigen oder schwerwiegende Schäden verursachen.

Bei der Reinigung solltest du dir Zeit nehmen und unbedingt auf die Verwendung eines Hochdruckreinigers verzichten, damit keine empfindlichen Teile beschädigt werden. Besser geeignet sind herkömmliche Putzmittel wie Lappen, Schwämme oder eine weiche Bürste. Den Akku nimmst ab und reinigst die Steckerpole am Rahmen. Die Kontaktstellen des Akkus sollten unbedingt gut trocknen, ehe du ihn wieder einsetzt. Achte auch darauf, dass nach der Reinigung kein Wasser auf dem Bike zurückbleibt, damit kein Rost entsteht.

Fahrradkette schmieren

Zwar ist das Ölen der Kette in der Regel Teil der E Bike Inspektion, sofern sie aber gut zugänglich ist, kannst du sie auch eigenhändig schmieren. Wie oft das genau passieren sollte, dafür gibt es keine allgemeingültige Formel, da der Zustand der Kette von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird: Etwa dem Wetter, den Schalt-Gewohnheiten des Fahrers, wie viele Kilometer das Pedelec bereits gefahren und wie es aufbewahrt wurde.

Wirkt die Kette besonders trocken, sollte sie in jedem Fall geschmiert werden. Denn ohne die nötige Ölung erhöht sich ihr Abrieb und damit auch ihr Verschleiß. Schlimmstenfalls kann die Kette sogar reißen.

Zunächst sollte die Kette immer von altem Öl befreit werden. Dafür gibt es spezielle Kettenreiniger, es eigenen sich aber auch kleine Bürsten und Lappen. Idealerweise läuft die Kette beim Schmieren gerade. Läuft sie vorne im mittleren Blatt, sollte sie hinten auch im mittleren Ritzel laufen. Im Freilauf wird die Kette dann langsam von Hand rückwärts gedreht und Stück für Stück mit Öl beträufelt. Dabei sollte kein Öl auf die Bremsen, Bremsenscheiben oder Felgen gelangen – sonst kann eine reduzierte Bremswirkung die Folge sein. Um das Öl optimal zu verteilen, empfiehlt sich eine kurze Fahrt, bei der du alle Gänge einmal durchschalten solltest.

Akkupflege betreiben

Mit aktiver Akkupflege kannst du die Lebensdauer deines Akkus maßgeblich erhöhen und so einem unbequemen Gang zum Fachmann länger aus dem Weg gehen. Die heutzutage verwendeten Lithium-Ionen-Akkus verfügen über eine lange Lebensdauer, die je nach Anbieter zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen liegt. Das Problem des sog. Memory-Effekts, bei dem sich die Kapazität immer weiter verringert, wurde weitgehend reduziert. Trotzdem hat der Akku deines Pedelecs Einiges an Pflege nötig. Dahinter verbirgt sich eher eine Langzeit- als eine kurzfristige Wartungsmaßnahme.

Was du für einen besonders langlebigen Akku tun kannst, siehst du hier einmal in Kurzform:

  • Vermeide komplettes entladen deines Akkus
  • Lade den Akku möglichst nach jeder Fahrt – keine Sorge, Akkumulatoren verfügen heute in der Regel alle über einen Überspannungsschutz, sodass du das Aggregat nicht durch übermäßiges Laden beschädigen kannst.
  • Verwende nur das Original-Ladegerät
  • Nimm den Akku bei längerer Nichtbenutzung ab und lagere ihn kühl und trocken – idealerweise bei einer Temperatur von 10 – 20°C

Vielen Dank an markusspiske für das Titelbild! (© markusspiske/www.pixabay.de)

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